Privatsphäre bei Rdio (Update)

Vor ein paar Wochen habe ich relativ begeistert über den (in Deutschland) neuen Musikstreaming-Dienst Rdio geschrieben. Allerdings gibt es eine Eigenschaft an Rdio, die mir bis heute schief im Magen liegt: Die mangelnde Privatsphäre.

Konkret geht es um die in Rdio integrierten Community-Funktionen. Rdio erlaubt das einseitige Folgen von Personen – vergleichbar zu Twitter. Das Problem daran: Eine Zustimmung ist nicht erforderlich, jeder kann jedem folgen. Was bei Twitter gut funktioniert – denn Tweets sind nun mal meistens öffentlich – geht mir bei Rdio zu weit. Denn es führt dazu, dass meine gesamte Musiksammlung und schlimmer noch mein persönlicher Hörverlauf ohne mein Zutun für alle Rdio-Nutzer sichtbar wird. Sogar Außenstehende können mein Profil einsehen – vorausgesetzt sie wissen meinen Benutzernamen.

Na und?

Mein Verständnis von Datenschutz ist, dass ich selbst entscheiden kann, ob meine Daten veröffentlicht werden oder nicht. Im Idealfall muss ich explizit eine Option setzen (opt-in), zumindest sollte aber die Möglichkeit vorhanden sein, eine Funktion nachträglich zu deaktivieren (opt-out). Bei Rdio ist allerdings beides nicht vorgesehen. Auch lassen sich die Informationen – wie bereits oben erwähnt – nicht auf eine kleine Gruppe beschränken, stattdessen hat das ganze Internet Zugriff darauf. Aber was sagen diese Daten eigentlich über mich aus?

Die offensichtlichste Information ist ein Überblick über meinen Musikgeschmack. Von mir aus. Spannend wird es allerdings bei der Betrachtung des Hörverlaufs. Dieser enthält eine vollständige Liste der angehörten Titel inklusive Zeitangabe, erlaubt also beispielsweise Rückschlüsse auf

  • meine Schlafgewohnheiten
  • meinen gewöhnlichen Tagesablauf sowie
  • meinen Gefühlszustand.

Mein Rdio-Profil enthält außerdem eine Auflistung aller Freunde, meine Bewertungen und meine individuell zusammengestellten Wiedergabelisten.

Und jetzt?

Mangels sinnvoller Alternative habe ich mich dazu entschieden, dass mir ein funktionierendes und angenehmes Musikstreaming so wichtig ist, dass ich in den sauren Apfel beißen muss. Dennoch frage ich mich: Warum gibt es keine Option, um dieses Verhalten zu deaktivieren? Und warum ist diese Funktion nicht wenigstens in Planung?

Update:

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